Wege einer Blume
Sie gehört zu den Bananengewächsen. Bekannt sind vier Arten und zahlreiche Unterarten. Sehr eindrucksvoll sind die orange- bis violettfarbigen Blütenblätter. Die drei Kronenblätter gehen nacheinander auf, sodass die Strelitzie auch als Schnittblume sehr lange blüht. Die Strelitzie wird im Volksmund auch Paradiesvogelblume genannt, ihrer exotischen Herkunft und ihres auch an einen Vogelkopf erinnernden Blütenstandes wegen. Die beiden seitlichen Blüten sind pfeilförmig verwachsen – ein weiterer, von Joseph Banks allerdings nicht beabsichtigter, Anklang an Strelitz, das im slawischen Ursprung „Ort der Pfeilschützen“ hieß.
Nachdem Francis Masson die Blume zum ersten Mal nach Europa brachte, hat sie sich in aller Welt verbreitet. Sie ist ein vielseitiger Sympathieträger, etwa als Stadtblume, wie in Los Angeles und Neustrelitz. Schon unter Georg III. von Großbritannien war sie sozusagen in diplomatischen Diensten unterwegs. Als Geschenk an Zarin Katharina II. sollte sie 1793 die Beziehungen zwischen Russland und England festigen helfen.
Die Strelitzie zeigt ihre Attraktivität auch als dekoratives Motiv auf Bildern, Briefmarken, Gefäßen und weiteren Gegenständen diverser Art. Im Museum der Stadt Neustrelitz befindet sich ein Teller mit einem Strelitziendekor, in der Mitte das Wappen von Mecklenburg-Strelitz. Der Teller ist Teil eines Speiseservice aus 60 Teilen, das 1835-1840 in der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin hergestellt wurde, wahrscheinlich als Geschenk des preußischen Hofes an das Neustrelitzer Herzoghaus. Das Service ging später verloren. Einige Teller tauchten vor Jahren in verschiedenen Auktionshäusern auf. Zwei befinden sich heute im Besitz des Museums der Stadt Neustrelitz.
Kultiviert wird die Strelitzie inzwischen in vielen Ländern mit frostfreien, ausreichend feuchten Klimaverhältnissen. So manch ein Urlauber hat die Strelitzie auf den Kanarischen Inseln, auf Madeira, in Italien oder Frankreich nicht nur in der Natur bewundert, sondern vielleicht auch eine Tüte mit Strelitziensamen mit nach Hause gebracht. In Deutschland ist die Strelitzie den Umständen entsprechend keine reine Freilandpflanze. Allerdings kann man sie im Beet oder Kübel in nährstoffreicher Erde aussäen, wobei die Strelitzia reginae nach etwa drei bis vier Jahren zur Blüte kommen soll. Im Winter muss sie ins Haus genommen werden. Am Wohlsten fühlt sie sich dann an einem hellen Standort bei Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad.
| Motiv einer Briefmarke | Teller mit Strelitziendekor |





