Die Blume der Königin
Die Wege der Blume aus südlichen Paradiesen und ihrer nordischen Namenspatronin kreuzten sich 1773 im regnerischen London.Im Zeitalter der Entdeckungen schickte Joseph Banks, Naturwissenschaftler und Direktor der Königlichen Gärten in Kew, so genannte Pflanzenjäger aus, die in damals noch weitgehend unerforschten Gegenden der Welt Pflanzen sammeln sollten. Der erste war der Schotte Francis Masson, der 1772 das südliche Afrika bereiste. Per Schiff schickte Masson zusammen mit anderen Gewächsen auch eine bis dahin in Europa unbekannte farbenprächtige Kostbarkeit nach London, die sein Auftraggeber Strelitzia reginae - Strelitzie der Königin - nannte.
Joseph Banks drückte mit dieser an ihre Herkunft angelehnte Namensgebung seinen Respekt für die botanisch sehr interessierte und kundige Monarchin aus.
Königin Charlotte von Großbritannien war 1744 als Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz in Mirow geboren worden.
Klug und couragiert hatte sie als 16-Jährige mit einem Brief an Friedrich den Großen einiges Aufsehen erregt. Darin schilderte sie das Elend, das der Siebenjährige Krieg über ihr Vaterland gebracht hat und bat um Hilfe für die verzweifelten Menschen. Dieser Brief erweckte das Interesse des jungen englischen Königs Georg III., der schon bald vom Charakter wie von der Schönheit der Verfasserin so begeistert war, dass er Brautwerber nach Mecklenburg-Strelitz schickte.
Im September 1761 heirateten Georg und Sophie Charlotte. Noch im selben Monat wurde die 17 Jahre alte Prinzessin zur Königin Charlotte von Großbritannien gekrönt.
Sie gebar 15 Kinder und stand 57 Jahre lang an der Seite ihres Gemahls an der Spitze des britischen Empires. Im November 1818 starb Queen Charlotte, im Januar 1820 Georg III., beide hoch betagt.
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