Teilentschlammung des Zierker Sees bleibt Ziel

03.02.2012, Neustrelitz

Die Stadt Neustrelitz ist seit Anfang der 1990-er Jahre bestrebt, den Zierker See zu sanieren. Frühere Planungen zur Teilentschlammung scheiterten unter anderem auch aus finanziellen Gründen. Eine alternativ geplante Nährstofffällung im See musste nach einer erfolgreichen Klage des ortsansässigen Fischereibetriebes ad acta gelegt werden.

Zur Verbesserung der Wasserqualität im Zierker See hatte die Stadt in den vergangenen Jahren ein aufwändiges Maßnahmebündel geschnürt. Dazu gehören die zusätzliche Reinigung geklärter Abwässer durch eine Bodenpassage in der Nähe des Klärwerkes, der Mischwasserrückhaltebehälter in der Seestraße, Verbesserungen in der Kanalisation und aktuell die Fällung von Nährstoffen an zwei Zuläufen am Mühlengraben und in der Nähe von Torwitz. Während dadurch neue Nährstoffeinträge vermindert werden, bleibt die Teilentschlammung Kernstück der Seesanierung.

Es ist vorgesehen, rund 600.000 Kubikmeter Schlamm aus dem See zu pumpen. Dazu sollen im See zwei Vertiefungen von je zehn Hektar Größe und etwa drei Meter Tiefe angelegt werden. Von dort aus wird das Sediment entnommen und auf geeigneten seenahen Flächen entwässert. Danach kann es verwertet werden. Eine Option ist der Einsatz des Materials zur Rekultivierung von Kiestagebaugeländen. Aufgrund des hohen Nährstoff- und Kalkanteils ist auch eine landwirtschaftliche Verwertung bzw. der Einsatz im Landschaftsbau denkbar. In den zurück liegenden Monaten wurden Vor- und Nachteile von drei möglichen technischen Varianten untersucht.

Den Vorzug erhielt schließlich ein Verfahren, bei dem der mit einem Saugspülbagger aufgenommene Seeschlamm über eine drei bis vier Kilometer lange Leitung auf ein Spülfeld im Kiestagebau geleitet wird, wo es entwässern und an Ort und Stelle weiterverwertet werden kann. „Diese Variante ist technisch anspruchsvoll durch notwendige Straßenquerungen und die Überwindung eines Höhenunterschiedes von rund 30 Metern. Von Vorteil ist, dass kein Transportaufwand durch LKW-Verkehr in Seenähe verursacht wird. Auch das Ufer wird nicht beeinträchtigt.“ erläutert Dr. Stefan Sandrock vom Rostocker Büro Bioplan.
Die Teilentschlammung wird zwei Jahre dauern und soll zur deutlichen Verbesserung der Wasserqualität führen. Die Rahmenbedingungen dafür sind inzwischen gegeben. Regelmäßige Untersuchungen des Sees zeigen, dass infolge der bisherigen Maßnahmen bereits weniger Nährstoffe eingetragen werden. Im See befinden sich schon wieder mehr Wasserpflanzen, die das Aufwühlen des Sedimentes bremsen. Daher kann die Sedimententnahme von ursprünglich geplanten 1,2 Millionen Kubikmeter auf 600.000 reduziert werden. 

Die Planungen und notwendigen Genehmigungsfragen für die Teilentschlammung sollen jetzt soweit vorangetrieben werden, dass eine Antragstellung für die nächste Fördermittelperiode ab 2014 erfolgen kann.




Weitere Informationen:
Stadt Neustrelitz, Pressestelle, Petra Ludewig, Markt 1, 17235 Neustrelitz
Tel. 03981-253110, Fax: 03981-253253
email: presse@neustrelitz.de

ICoMSys v1.0 powered by MÜRITZ ONLINE